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Vogtlandkreis wirbt mit Niedriglöhnen - Nein danke!
Die SPD-Kreistagsfraktion fordert Landrat Dr. Tassilo Lenk auf, die Internet Wirtschaftförderung zu überarbeiten. Auf den Internetseiten des Vogtlandkreises begrüßt Landrat Dr. Lenk mit den Worten: „Diese Präsentation im Internet soll dazu beitragen, den Vogtlandkreis als attraktiven Lebensraum zu erkennen und zu erleben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie darüber hinaus auch eigene Entdeckungen live im Vogtland machen.“ Die Zeitschrift Stern stellt in ihrer Ausgabe 48/2009 Seite 136 deutschlandweit fest, dass das Vogtland nicht für alle attraktiver Lebensraum ist. Im Artikel „Staatsbesuch beim Ausbeuter“ profitiert der „Ausbeuter“ von seiner Lage in einer strukturschwachen Region, in der Politik ganz offen Investoren mit niedrigen Löhnen lockt. So schreibt das Landratsamt Plauen:“ Das Lohnniveau liegt deutlich unter dem der alten Bundesländer. Durch die EU-Osterweiterung steht auch ein Arbeitskräftepotenzial aus Tschechien zur Verfügung.“ Mit EU-Osterweiterung ist der Wegfall der Schutzregelungen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit gemeint. Ab Mai 2001 dürfen tschechische Arbeitnehmer über die Grenze pendeln. Betrug der Durchschnittslohn 2007 im Vogtlandkreis 14,84 Euro, ein Lohn den viele Arbeitnehmer im Vogtland gerne hätten, so liegt er in Tschechien 2007 bei 4,51 Euro. Nach Stern zahlen „Ausbeuter“ im Vogtland zwischen 4,45 oder 5,40 pro Stunde. Was das Vogtland als Wirtschaftraum überhaupt nicht gebrauchen kann, ist ein Werbeschild „Willkommen im Land der Ausbeuter“. Das bringt keine Touristen und hält keine Jugend. Das Vogtland hat keinen Grund mit Niedrigstlöhnen zu werben. Kein anderer Landkreis in Sachsen wirbt auf seiner Internetseite mit billigen Arbeitskräften aus Tschechien. Wir, die SPD-Fraktion, können auf ein solches Alleinstellungsmerkmal fürs Vogtland verzichten. Der Landrat sicherlich auch.
[02.12.2009]
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